Hirntumor

Hirntumoren sollen heilbar werden - so schnell wie möglich

An einem primären bösartigen Hirntumor erkranken in der Schweiz jährlich etwa 600 Menschen, die Zahl der Neuerkrankungen bei gutartigen Hirntumoren liegt im Dunkeln. Auch die Anzahl der Betroffenen anderer Krebsarten, bei denen Hirnmetastasen festgestellt werden, kann nur schwer beziffert werden, liegt aber um ein Vielfaches höher.  Bei Kindern sind die Tumoren des Nervensystems die zweithäufigste Krebserkrankung und die häufigste krebsbedingte Todesursache.

Insbesondere maligne Gliome, die häufigsten bösartigen Hirntumoren bei Erwachsenen, stellen nach wie vor ein ungelöstes therapeutisches Problem dar. Im Gegensatz zur ernüchternden klinischen Situation steht der enorme Wissenszuwachs über die molekularen Entstehungsmechanismen von onkologischen Erkrankungen.

Patienten, bei denen die übliche Standardtherapie gegen Hirntumore zu keiner Besserung führt, stehen vor der Wahl einer experimentellen Therapie. Derzeit werden weltweit über 100 klinische Studien für Patienten mit Hirntumor durchgeführt.

Durch die Konfrontation mit seinem Krankenbild, der Prognose und dem möglichen sozialen Abstieg, den Strapazen bei medizinischen Untersuchungen sowie aus dem Nichtwissen entsteht für den Betroffenen und die Angehörigen eine schwierige Situation.

Hinzu kommt die therapeutische Unsicherheit in der Onkologie, mit der Hirntumorpatienten zusätzlich konfrontiert werden. Bei jeder der vielen Stationen (Neurologe, Radiologe, Neurochirurg, Strahlentherapeut, Onkologe etc.), die der Patient durchläuft, geben ihm Spezialisten Auskunft. Aber nicht immer können während der Sprechstunde alle Probleme rund um die Erkrankung Hrintumor geklärt werden, einschließlich der Problemlösungen, die in den Aufgabenbereich anderer Fachärzte fallen oder der Fragen, die man zu diesem Zeitpunkt nicht eindeutig beantworten kann.

Eine optimale interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachbereiche bei der Behandlung von Hirntumorpatienten wird derzeit nur an wenigen großen Einrichtungen ermöglicht. Die Fortschritte der Forschung, neue therapeutische Strategien sowie die Konkurrenz von wissenschaftlich begründeter Medizin mit unkonventionellen und ungesicherten Methoden schaffen Verunsicherung und lösen Fragen aus.

Die Informationsmöglichkeiten, mit deren Hilfe die Patienten einen Gesamtüberblick bekommen und bei der Bewältigung ihrer Krankheit mitwirken können, sind noch sehr begrenzt. Es existiert ein Defizit an Information, Beratung, Aufklärung und psychologischer Betreuung - hier setzt die Deutsche Hirntumorhilfe an und unterstützt Patienten und Angehörige sowie die Neuroonkologische (Hirntumor) Forschung.

 

Aktuelles

NOA-Jahrestagung II

Update zu laufenden und geplanten NOA-Studien und Zukunftsvisionen

 > mehr

NOA-Jahrestagung I

Neues von der WHO-Klassifikation der Hirntumoren

 > mehr

Individualisierte Therapie

NOA-20-Studie untersucht Therapiewahl auf Basis molekularer Marker

 > mehr